Die Kunst des Kriegens

Obwohl uns der Titel an das legendäre Werk „Die Kunst des Krieges“ von Tzun Tzu erinnert, werden wir während des Lesens mit Bedauern feststellen, das die Inhalte auf den ersten Blick nicht verschiedener sein könnten. Auch auf die Gefahr hin, das der in Frieden ruhende Tzun Tzu uns aus dem Jenseits verflucht, muss man erwähnen, das diese zwei Inhalte in einer Sache offensichtlich eine Gemeinsamkeit haben: Beides sind zentrale Themen ihrer Zeit und so wie der Krieg und ihre Handwerkskunst den geehrten Gelehrten Tzu dazu veranlasste seinen epischen Klassiker niederzuschreiben, so hat unser Thema des kunstfertigen Kriegens (des Habenwollens) mich dazu veranlasst diese Zeilen niederzuschreiben, zwar weder klassisch und noch episch, aber sie wurden immerhin niedergeschrieben und in der edlen Absicht mit der Lupe das Teuflische oder gar den Teufel höchstpersönlich im Detail zu entdecken.

So wie der Zeitgeist des Mittelalters seine Bücher über Krieger und ihre edlen Ziele forderte, so fordert unsere Zeit ihre Bücher über unsere Krieger. Das mittlerweile Millionen von Menschen für Millionen von Menschen Bücher über das Kriegen (Habenwollen) schreiben und kein Schwein außer Fachidioten (Militärs und Möchtegerns) Literatur über Krieg und Krieger liest, zeigt wo der wirkliche Kern des Pudels liegt. Das hier ist zwar kein Buch, aber immerhin sind es ein paar Zeilen über die Kunst unserer „Krieger“ und ihrer Kunst des Kriegens. In unserer Zeit ist der Krieg nur das Reptilienhirn im Bewusstsein des Habenwollens, es ist die instinktive Anwendung aller Fähigkeiten in einer Welt des Fressen-und-Gefressen-Werdens. Es ist aber nur ein Symptom. Die Ursache der Anwendung von roher Gewalt durch Menschen- und Maschinenkraft liegt ganz woanders, In der globalen Gedankenwelt das Habenwollens. Die Krieger unserer Zeit sind Krieger des Verstandes, denn das ist die Arena in der die wirkliche Schlacht abgeht, die auf unserem Planeten stattfindet. Die Manifestation in unserer Realität ist das Resultat des aktuellen Standes unserer missratenen Gedanken, das wir gerade miterleben, besser gesagt, dem wir Zuschauer sein dürfen. Denn das Traurige an diesem „Kampf“ ist, das andere Menschen aus Fleisch und Blut für die Seifenblasen von Traumwelten, die uns angedreht werden, alles mögliche hergeben müssen. Mal ihre Lebenszeit für einen Hungerlohn, mal ihr Land für andere „Projekte“ und des öfteren auch ihr Leben weil es nun mal um große und mal um noch größere Interessen geht. Das was die Krieger „kriegen“ wollen, wollen wir ja eigentlich auch, aber wir haben gewisse moralische Werte, die uns durch verschiedene Instanzen der Erziehung eingestanzt wurden und die uns hindern gewisse Grenzen zu überschreiten. Das Ding ist, das man in unserem Wirtschaftssystem dem einen etwas so kostengünstig wie möglich oder am besten gratis abnehmen muss, um es einem anderen profitabel weiterzureichen. Die Meister des Verstandes haben sehr früh erkannt, das es taktisch sehr wertvoll ist, das von ihren Interessen so wenig Menschen wie möglich wissen. Deswegen gaukeln sie uns vor, sie hätten dieselben Interessen wie wir. Im Grunde stimmt das auch, denn sie sind es, die uns diese Interessen andrehen. In Politik, in Gesundheit, in Bildung, in Finanzen, überall stimmen sie uns zu und versichern uns, das sie nur die besten Absichten hätten. Und wir, wir nicken meist im Takt mit. Mal im Takt des Werbe-jingels, mal im Takt der marschierenden Infanterie oder mal im Takt eines rauschenden Eiswasser-Eimers blöken wir in die Welt, das wir Freiheit, Wohlstand und Demokratie für alle haben wollen. Aber wollen unsere Marktschreier das auch?

Die Kunst des Kriegens (Habenwollens) ist es, die uns in unserer Zeit immer reichlichere, immer neuere Spielzeuge beschert und dass zu immer günstigeren Preisen oder höheren, je nach Lebensmotto. Es kommt darauf an, ob Geiz geil ist oder ob es „doch nur ein paar beschissene Scheine“ sind. Auch wenn man keinem Kind in Afrika direkt seinen Teddy wegnimmt und ihn nach Europa verschifft, damit man es dem kleinen Johannes verkaufen kann (oder mittlerweile auch dem kleinen Yusuf), so wird doch höchstwahrscheinlich ein Kind in Afrika, Asien oder einer anderen Kolonie des Westens dem kleinen Johannes sein Teddy herstellen und es kann sein, dass er auch Yusuf heißt. So wie wir uns über zu hohe Benzinpreise ärgern, müssten wir jedes mal vor Freude eine Polonaise tanzen, wenn unsere Kolonialmächte wieder irgendeiner armen Sau das Öl abrippen oder was wir auch sonst gebrauchen könnten. Das Tragische an unserer Schmierenkomödie ist, das wir nicht „die“ oder „die“ ausbeuten, wir beuten unseren Planeten aus und die, die gerade das fleckchen Erde bewohnen oder es formell beanspruchen, werden halt für den „höheren Zweck“ beiseite geräumt. Wir sind wie Homer Simpson, der seinen selbstgezüchteten Hummer „Zwickie“ verpeist. Er weint zwar um ihn, kann es aber doch nicht lassen ihn genüsslich zu verschlingen. Der Krieg und all unser Müll sind nur die Nebeneffekte unserer Sehnsüchte, unserer Träume, die uns von Hollywood in Cinema Scope präsentiert werden. Wenn Che Guevara für uns nur noch als Fashion-Note eine Bedeutung hat, ist doch fast alles gesagt.

Um das Thema nicht unnötig in die Länge zu ziehen und es würdig abzuschließen, überlasse ich die letzten Worte über die Kunst des Kriegens, ihrer Krieger und ihrer Bauer einem wahren Meister seines Fachs, Satan höchstpersönlich:

„Diese Leute, es ist doch kein Geheimnis woher sie kommen, sie pushen den Appetit des Menschen so hoch, bis zu dem Punkt, wo er durch sein Wissen Atome spalten kann. Sie bauen Egos auf so riesig wie Kathedralen, mit Glasfasern schaffen sie Verbindung in die ganze Welt zu jedem x-beliebigen Egomanen. Sie fördern die dümmsten Träume, diese dollargrünen, vergoldeten Luftschlösser, dass jedes menschliche Wesen ein erfolgreicher Börsenspekulant werden kann, sein eigener Gott werden kann, was kann man von da noch erreichen? Und während wir von einem Termin zum nächsten hetzen, wer hat da noch Zeit auf Mutter Erde zu achten? Während die Luft dicker wird und das Wasser saurer, sogar der Bienenhonig nimmt den metallischen Geschmack von Radioaktivität an. Es wird immer schlimmer, schneller und schneller. Die Zeit der Vorbereitung ist abgelaufen, es heißt jetzt Zukunft kaufen, Zukunft verkaufen bis keine Zukunft mehr da ist. Alle rennen in die selbe Richtung wie Lemminge und alle von ihnen bereit die Erde mit der Faust zu f…, Gottes Ex-Planeten, und sich dann die Finger sauber lecken, damit sie sich wieder brav ihren Computern zuwenden können, um ihre scheiß verfluchten Überstunden einzutragen. Dann schlägt die Realität zu!“
(1995, Al Pacino alias Satan in „Im Auftrag des Teufels)

Ist doch alles Scheiße! (oder?) Einmal Peaceful World to Go bitte!

Augen offen halten, bloß kein Scheiß andrehen lassen und wie immer…

Peace und Pussies für Alle!!!

*Wenn man das Kleingedruckte liest wird man sehen…. „Es gibt teuflisch gute Preise im Shop!“

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